Die magische Formel der Event-Finanzierung

Auf dem nationalen Markt ist das Sponsoring-Potential überschaubar. Sogar seit Jahren rückläufig, meint Adrian Brugger, Inhaber von Stars in Town. Einer der Grundpfeiler des Sponsorings – das Corporate Citizenship - werde heute kaum mehr gelebt. Im Interview Spricht Brugger über High Risk Veranstaltungen, die Mittelbeschaffung und wie für ihn die magische Formel der Event-Finanzierung lautet.

Sie hatten letztes Jahr eine Auslastung von 95 Prozent, was sehr hoch ist für ein Festival, das hauptsächlich Tagestickets verkauft. War die neunte Ausgabe von „Stars in Town“ auch finanziell erfolgreich?
Brugger:
„Stars in Town“ war im 2018 finanziell ein Erfolg. Das Festival schreibt seit 2013 schwarze Zahlen. Dies ist aber vor allem auf ein rigoroses Kostenmanagement zurückzuführen. Zudem arbeiten jährlich rund 600 Freiwillige für dieses Festival. Der Break Even Point einer Highrisk-Veranstaltung wie ein Freiluftfestival müsste eigentlich bei rund 75% liegen. Bei Stars in Town und den meisten Schweizer Festivals liegt dieser Punkt zu hoch um ruhig schlafen zu können.

Die Künstlergagen sind hoch und werden nicht sinken. Marc Forster trat 2017 bei Ihnen auf, heutet kostet er fünffach so viel. Wie lautet Ihre Strategie?
Brugger:
Unsere Booking-Strategie basiert auf 5 verschiedenen Themenabenden (Rock, Pop, Urban, Deutsch, Schweiz) mit jeweils 3 Acts, welche täglich unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Es ist eine grosse Herausforderung den Künstler im richtigen Zeitpunkt (kurz vor dem Durchbruch) zu verpflichten. Der starke Fokus liegt dabei auch Schweizer und Deutschen Acts, welche über einen eingeschränkten Markt verfügen.

Stars in Town hat ein 4-Millionen-Budget. 65 Prozent dessen ist durch den Ticketverkauf gedeckt. Welchen Stellenwert hat Sponsoring bei Ihnen? Wie aktivieren Sie Sponsoren?
Brugger:
Die Grundfinanzierung über Sponsoring liegt bei Stars in Town bei rund 15%. Auf dem nationalen Markt ist das Potential überschaubar bzw. seit Jahren rückläufig. Einer der Grundpfeiler des Sponsorings – das Corporate Citizenship - wird heute kaum mehr gelebt. Die einen veranstalten selber (Swisscom), die anderen wollen primär Kundenvorteile (Raiffeisen mit Member plus). Regional ist das Verständnis für die Standortförderung via Leuchturm-Projekten nachvollziehbar grösser und da liegt auch der primäre Fokus der Mittelbeschaffung. Der Supporterclub «Friends of Stars in Town» trägt auch zur Grundfinanzierung bei und wird zukünftig noch wichtiger. Die Sponsoring-Aktivierung findet über die einzigartige Lokalität (USP), Emotionalisierung, Qualität, überdurchschnittliche Hospitality und Professionalität statt.

Wie sieht Ihre magische Formel einer zukünftigen Event-Finanzierung aus?
Brugger:
20% Grundfinanzierung (15% Sponsoring; 5% Supporter), 50% Ticketing / 15% Hospitality, 15% Food & Beverage.